Ev.-Luth. Christuskirche Bad Pyrmont
Der betende Drake-Engel lädt ein zu Ruhe und Gebet

Lutherlinde. Zugegeben, im Moment macht dieser Baum nicht den Eindruck, den der damalige Pastor Detlev Block 1982 in seiner Kirchenchronik beschreibt: »Westlich der Kirche über dem Parkplatz für Kirchenbesucher erhebt sich die schöne, mächtige Lutherlinde. Sie ist im Jubiläumsjahr der Reformation 1917 gepflanzt. Die Bank zu ihren Füßen, die einen lauschigen Ruheplatz abgibt, wird gern von alt und jung aufgesucht.«
Schön und mächtig wirkt sie im Moment nicht, eher wie ein gerupftes Huhn. Der radikale Schnitt war aber wichtig, damit sie vital bleiben kann, ohne mit herabfallenden abgestorbenen Ästen gefährlich zu werden. Und sie wird wieder schön und mächtig werden, so dass wir uns wieder an ihr freuen können.
Obwohl es in dem Kirchenführer steht, wussten wohl nur wenige, dass es sich um eine »Lutherlinde« handelt. Wir feiern in diesem Jahr dann nicht nur 500 Jahre Reformation, sondern auch 100 Jahre Lutherlinde. Obwohl die Eiche offensichtlich der bevorzugte Lutherbaum ist, gibt es doch auch einige weitere Linden in anderen Gemeinden, die im Gedenken an den Reformator gepflanzt wurden.

Ein Zeichen der Zuversicht
mitten im 1. Weltkrieg

Einen (Apfel-)Baum pflanzen zu wollen, auch wenn er wüsste, dass morgen die Welt untergeht, wird Martin Luther ja zugeschrieben. Diese Zuversicht wurde auch von der Kirchengemeinde ausgedrückt, die mitten im 1. Weltkrieg diesen Baum geplanzt hat.
Seitdem ich das weiß, blicke ich auf diesen Baum mit ehrfürchtigen Augen und lasse mich von ihm anregen, auffordern, ermuntern, meine Zuversicht zu bewahren.
Ich sehe in ihm ein Zeichen des Gottvertrauens und freue mich schon jetzt darauf, dass er wieder grünen und blühen wird.

Lutherlinde (Foto privat)
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